#23: Black History Month 2019 mit Boqor Bantu

#23: Black History Month mit Boqor Bantu

by The Healer Hip Hop | Podcast

Black History Month

Jedes Jahr im Februar wird in zahlreichen Ländern der Black History Month (BHM) gefeiert um die Geschichte Schwarzer Menschen in aller Welt zu würdigen. Diese Tradition geht auf das Jahr 1926 zurück, als der Historiker Carter G. Woodson eine Veranstaltungsreihe initiierte, um die breite Öffentlichkeit in den USA über Schwarze Geschichte und die kulturellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leistungen der afro-amerikanischen Bevölkerung aufmerksam zu machen.

Auch in Deutschland wird BHM seit Anfang der 1990 vielen Städten von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V. (ISD) organisiert.

Afro-Deutsche Geschichte

Wie schon in Podcast Episode #15, zum BHM UK im Oktober, habe ich mich auf ein Interview mit Boqor Bantu von  Geschichte Afrikas getroffen, um anhand von drei afro-deutschen Autobiografien über die Geschichte von Schwarzen Deutschen zu reden. Soulsänger Billheincock, der in seinen Liedern auch von seinen eigenen Erfahrungen als afrikanischer Deutscher erzählt, war so freundlich mir seinen passenden Song “Dealer” zur Verfügung zu stellen.

(Im Podcast habe ich von der Organisation “Über den Berg” erzählt. Der Verein heißt Mountain Activity Club und organisiert Trips in die Berge und über die Alpen für ehemalige Drogensüchtige.)

Londri Mingolo-Tite:

Allein in einer fremden Welt

Geboren und in den ersten Jahre beim Vater und der Oma im Kongo aufgewachsen, beschreibt Londri Mingolo-Tite seine Lebensgeschichte, erzählt von den unbeschwerten Kinderjahren im Kongo und wie er schließlich mit sieben Jahren von der Familie ganz allein ins Flugzeug gesetzt wird und über Umwegen nach Deutschland kommt. Er schildert den Kulturschock in dieser gänzlich anderen Mentalität. Er erzählt vom Alleinsein ohne Halt und Orientierung, ernüchtert von der harten Realität des Alltags in Deutschland und der schwierigen Integration.

Von den Problemen als ›schwarzer‹ Asylbewerber in Deutschland, den Verlockungen unserer ›weißen Welt‹, seinem Abrutschen in die Kriminalität, dem Großwerden in einem Heim der Jugendhilfe, bis zum Abschluss der Regelschule und dem Erlernen eines Berufes und dem Antritt einer Arbeitsstelle als Krankenpfleger in Trier.

Er beschreibt in harten Worten seine persönlichen Erfahrungen und seine Entwicklung vom Kind zum kleinkriminellen Gangster in Köln und Umland bis zum resozialisierten und integrierten ›Normalo‹ mit Frau und Tochter. Dieses Buch zeigt schonungslos und offen die Risiken der deutschen Asylpolitik, aber auch die Chancen und Ressourcen einer gelungenen Integration. Diese Geschichte ist real und wahr und brandaktuell.

Die Würde des Deutschen ist unantastbar.

Londri Mingolo-Tite

Hans J. Massaquoi:

Ein unaussprechlicher Titel

Als Sohn einer weißen Mutter und eines schwarzen Vaters wächst Hans-Jürgen Massaquoi in großbürgerlichen Verhältnissen in Hamburg auf. Doch eines Tages verlässt der Vater das Land. Hans-Jürgen und seine Mutter bleiben zurück und ziehen in ein Arbeiterviertel. Als die Nazis die Macht übernehmen, verändert sich ihr Leben grundlegend.

Hans J. Massaquoi beschreibt in seiner außergewöhnlichen Autobiographie seine Kindheit und Jugend zwischen 1926 und 1948 als einer der wenigen schwarzen Deutschen in diesem Land.

Theodor Michael:

Deutsch sein und schwarz dazu

Theodor Michaels Vater kam vor dem Ersten Weltkrieg aus Kamerun, damals deutsches »Schutz gebiet«, nach Deutschland und wurde wie andere Kolonialmigranten freundlich aufgenommen. Er heiratete eine Deutsche und gründete eine Familie. Doch schon während der Weimarer Republik fand man, Farbige sollten den Deutschen keine Arbeitsplätze mehr wegnehmen. Bald konnten sie nur noch in den sehr beliebten »Völkerschauen« unterkommen. In der Nazizeit wurden ihnen die deutschen Pässe entzogen. Nur als stumme Komparsen in den zahl reichen Kolonialfilmen waren sie noch gefragt.

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#21 Afrikan Boy goes Y.A.M.

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by Artist Name

The interview with Afrikan Boy was one of the funniest I ever had! We talked about his start as a rapper, why he called himself Afrikan Boy and why it’s spelled with a “K”. 

The whole point of my career is to bring African influence into what I do, knowing that I’m abroad. Afrikan Boy

I’m not just Afrikan Boy for me, I’m Afrikan Boy for all these other people who have stories to be told. Afrikan Boy

#15: Boqor Bantu zur Geschichte Afrikas – Black History Month Special

#15: Boqor Bantu zur Geschichte Afrikas

by The Healer Hip Hop | Podcast

 Oktober ist Black History Month im Vereinten Königreich und ich dachte mir, ich möchte auch in Deutschland mehr Wissen über afrikanische Geschichte und deren Auswirkungen auf unsere Gesellschaft heute verbreiten.

Dazu habe ich ein Interview mit Boqor Bantu aufgenommen, der regelmäßig auf IG über die Geschichte Afrikas postet. Er ist im Moment sogar selbst in Nairobi und hat sich extra für The Healer Hip Hop Zeit genommen.

Passend zum Thema läuft hier für euch das Album “Platz an der Sonne” von BSMG, welches ebenfalls Geschichte und Gegenwart Afrikas thematisiert.

 

Racism is like a Cadillac, they bring out a new model every year.

Malcolm X

Boqor Bantu’s dazugehörigen Artikel (auf Englisch) findet ihr in der Rubrik “The Healer“. Dort schreibt er über die Frage “Black History Month – Has Colonialism really ended?” Darüber hinaus haben wir im Podcast auch über die heutige Situation geredet, von der Flüchtlingskrise über unser westliches und oft falsches Bild von Afrika. Eine gute Doku, die unser Bild von Afrika gerade rückt findet ihr in der 6-teiligen Arte-Serie “Digital Africa“.

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#04: Musa BlnNgrtd

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by The Healer Hip Hop | Podcast

Sierra Leone, ich bin einer dieser Region

In der heutigen Episode von The Healer Hip Hop Podcast unterhalte ich mich mit dem Berliner Rapper MUSA über seine deutschen und afrikanischen Wurzeln. Ich habe MUSA als erstes in Megaloh’s Song Oyoyo gehört. Dort singt er unter anderem folgende Lyrics:

Sierra Leone, ich bin einer dieser Region
Aber ich bin als Berliner geboren, preußischer Deutscher und Mende-Mandingo
Fühl mein Sound, sie fühlen mein Sound
Ich remix Schwarz-Rot-Gold, ich feature das Grün-Weiß-Blau
Mein Traum ist dort
Ich finde meine Wurzeln und ich Stammbaum mich fort”

In dem Interview reden wir darüber, welch verzerrte Wahrnehmung wir hier von dem roten Kontinent haben und seine Erfahrungen, die er aus der Zeit in seiner zweiten Heimat Sierra Leone mitgenommen hat. Außerdem reden wir über seine anstehenden musikalischen Projekte, die er zusammen mit seinen guten Freunden Megaloh und Ghanaian Stallion voraussichtlich noch in diesem Jahr veröffentlichen wird. Ihr findet MUSA auf Facebook und Instagram und natürlich auf Megalohs Album Regenmacher.

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